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    project: TEXTPORTRAIT

Todesfälle durch Typhus

DIE GESUNDHEIT: Sir John Charles Direktor der World Health Organization, Genf.

DIE VERLÄNGERUNG DER LEBENSERWARTUNG
Wer hätte während der ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts voraussehen können, daß in Europa die Zahl der Todesfälle durch Typhus auf einen Bruchteil, die durch Diphtherie sogar auf ein Vierzigstel innerhalb von zwanzig Jahren zurückgehen würde? Oder daß beispielsweise in Indien die Lebenserwartung, die im Jahre 1950 noch 32 Jahre betrug, bis 1960 um 30 Prozent und bis 1965 bereits um 44 Prozent ansteigen würde?

Wir sind also weit davon entfernt, Sterblichkeit und Lebenserwartung mit mathematischer Exaktheit vorausberechnen zu können. Es läßt sich höchstens in großen Zügen ein Bild entwerfen, bei dem therapeutische Revolutionen, so wie sie früher durch die Entdeckung des Penicillins und Insulins hervorgerufen wurden, und auch das Auftreten neuer heftiger Viruskrankheiten sowie die vielleicht zunehmenden Gefahren radioaktiver Strahlung außer acht gelassen werden.

Auf eine Differenzierung zwischen den einzelnen Ländern nach ihrem gesundheitlichen Entwicklungsalter soll verzichtet werden. Für den Rahmen dieser Betrachtung dürfte es genügen, zwischen den zwei großen Gruppen der entwickelten und der unterentwickelten Länder zu unterscheiden.

Für die mit vielen medizinischen, sanitären und ernährungswirtschaftlichen Vorteilen ausgestatteten Bewohner der entwickelten Länder ergibt sich ein ziemlich klares Bild. Die Kinderkrankheiten verlaufen nur noch selten tödlich, während die Zahl der Todesfälle durch Krebs, Krankheiten der Herzkraiizgefäße und durch Alterskrankheiten ständig zunimmt. Seuchen treten nur noch selten auf. Natürlich wird die Menschheit in diesen Ländern weiterhin durch Leiden wie Gicht und Rheuma, durch Grippe und andere Erkrankungen der Atemorgane, durch leichte psychische und Geistesstörungen und durch die verschiedenartigen Symptome der sogenannten Streßkrankheiten geplagt. Aber die schweren, tödlichen Krankheiten sind im Zurückweichen.


Todesfälle durch Typhus, Ausstellung London: Ralph Ueltzhoeffer 2009.

Ralph Ueltzhoeffer

Ausstellungsansicht: Installation/Ausstellung (Ralph Ueltzhoeffer).

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